• 20. Juli 2016

Andreas Eschbach: Herr aller Dinge

Buchtipp von Theresa Kellermann

Andreas Eschbach: Herr aller Dinge

Inhalt

Charlotte ist sehr reich, Hiroshi kläglich arm. Doch die Kinder halten trotz sozialer Unterschiede und des Missfallens ihrer Eltern an der Freundschaft fest. Hiroshi hat eines Tages eine Idee: Er stellt sich Roboter vor, die es möglich machen, dass alle Menschen gleich reich werden. Noch ahnen die Kinder nicht, dass diese Eingebung ihre Zukunft für immer verändern wird.

Charlotte und Hiroshi werden erwachsen, studieren, lieben, leben – unabhängig voneinander. Doch immer wieder berühren sich ihre Lebenslinien: Sie begegnen sich, lieben einander, und finden doch nie ganz zusammen. Charlotte hastet durch die Welt, ohne anzukommen. Und Hiroshi … der widmet sich – immer in Gedanken bei Charlotte – seiner Lebensaufgabe: seiner „Gerechtigkeitsidee“ aus Kindheitstagen. Er errichtet eine Forschungsstation und beginnt, Roboter zu bauen. Sollte es tatsächlich möglich sein, Wohlstand für alle zu schaffen?

Als sich Charlotte jedoch auf eine anthropologische Expedition begibt und die Gruppe im Niemandsland von unnatürlichen, wesenhaften Erscheinungen angegriffen wird, scheint sich ein uraltes Geheimnis zu offenbaren, das in Verbindung zu Hiroshis Idee steht und von einer Art Intelligenz lange vor unserer Zeit zeugt.

Hiroshi ist dank seiner Roboter inzwischen der „Herr aller Dinge“ geworden. Als er jedoch begreift, dass seine Erfindung eine große Gefahr für die Welt bedeutet, ist es schon zu spät … Nun gilt es, eine letzte Heldentat für den Fortbestand der Menschheit zu begehen, auch wenn das bedeutet, für immer Abschied zu nehmen: von Charlotte.

Bewertung

Eschbach hat keine klassische Liebesgeschichte entworfen, doch ist die Beziehung zwischen Charlotte und Hiroshi das tragende Element. Er hat keinen reinen Science-Fiction-Roman geschrieben, obgleich viele Elemente des Genres enthalten sind. Der „Herr aller Dinge“ ist auch kein Thriller, und doch genauso spannend. Der Autor hat keine Gesellschaftskritik verfasst, jedoch zahlreiche Denkanstöße platziert. Klare, pragmatische Sätze wechseln sich mit bildhafter, klangvoller Sprache ab, und beschreibende Passagen werden abrupt von der rasanten Schilderung dramatischer Ereignisse abgelöst. Eschbach zeigt sich als literarischer Virtuose: Die Vielfalt der Themen, Sprachstile und Erzähltechniken macht den Roman unvergleichlich und beschert ein abwechslungsreiches Lesevergnügen.

Autor

Andreas Eschbach wurde 1959 in Ulm geboren. Nach Abbruch des Studiums der Luft- und Raumfahrttechnik wechselte er in die EDV-Branche. Heute lebt er allein vom Schreiben und hat sich damit einen großen Traum erfüllt. Er hat zahlreiche Preise erhalten, viele seiner Romane wurden in andere Sprachen übersetzt, und er gilt als einer der bedeutendsten europäischen Science-Fiction-Autoren unserer Zeit. Bekannt wurde Eschbach Ende der 90er Jahre durch seinen Bestseller „Jesus Video“, der auch verfilmt wurde.

 

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