• 8. August 2017

Kleines ß ganz groß

Von Regina Müller

Kleines ß ganz groß

Die Schweizer haben es abgeschafft und viele Deutsche halten es für tot – das ß, sprich: Eszett oder scharfes S.

Doch dieser sonderbare Buchstabe ist quicklebendig und hat sogar einen großen Bruder, der aber bisher nicht offiziell anerkannt war. Jetzt endlich hat ihn die höchste Instanz, der Rat für deutsche Rechtschreibung, legitimiert. So sieht er aus: ẞ. Herbeizaubern kann man ihn mit der Tastenkombination Shift + Alt Gr + ß.

Da es (noch?) kein Wort gibt, das mit ẞ beginnt, kommt der Großbuchstabe ausschließlich in der Versalschrift zum Einsatz und sorgt für klare Verhältnisse in Fällen wie:

  • BUSSE BRACHTEN DIE BÜẞER ZU DER STÄTTE, AN DER SIE BUẞE TUN KONNTEN.
  • DAS WASSER FLOSS UNTER DEM FLOẞ DAHIN.
  • FÜSSEN IM ALLGÄU LIEGT ZU FÜẞEN SCHLOSS NEUSCHWANSTEINS.

ICH Aẞ AM (ESS-)TISCH ist unverfänglich, ICH ASS AM (SPIEL-)TISCH dagegen Selbstlob. Und das Warnschild VORSICHT VOR VERRUẞUNG kann nicht mehr als Respektlosigkeit gegenüber Menschen aus Russland aufgefasst werden.

Apropos Russland: Dort findet nächstes Jahr die Fußball-WM statt, wo wieder gilt: ALKOHOL BITTE NUR IN MAẞEN!

Wem der neue Buchstabe noch zu fremdartig aussieht, der sei getröstet: Das Doppel-s anstelle des ß bleibt in Versalschreibung weiterhin erlaubt.

 

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