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Unicamente madrelingue

Übersetzungen ins Italienische

Pizza, Pasta, Papparazzi – viele italienische Wörter sind seit langem fester Bestandteil unserer Sprache. Pizza und Pasta haben wir zwar nicht im Portfolio, und statt mit Papparazzi warten wir nur mit professionellen traduttori auf, die Ihre Texte mit Fachwissen und Fingerspitzengefühl nach Ihren Vorstellungen ins Italienische übersetzen. Dennoch richten wir in den folgenden Informationen über das Italienische, seinen Charme und seinen Platz in der Welt den Blick immer wieder in die italienische Küche … Avanti!

Oh Bella Italia!

Italien ist eines der beliebtesten Reiseziele der Deutschen und die Genüsse der italienischen Küche versetzen nicht nur bekennende Foodies in kulinarische Verzückung. Ob die gemütliche Trattoria um die Ecke, der lebensrettende Pizzalieferdienst oder die Gelateria mit dem herrlich cremigen Sahneeis – wir lieben la dolce vita, das die italienischen Gastarbeiter in den 50ern und 60ern zusammen mit ihren Träumen und Hoffnungen nach Deutschland importierten. Und mit den Menschen kam natürlich auch die Sprache.

Italienische Köstlichkeiten in unserem Alltag

Heutzutage isst man nicht mehr einfach Nudeln mit Tomatensoße, sondern Pasta mit Pesto, und bevor man einen schnöden Milchkaffee bestellt, nimmt man doch lieber gleich das italienische Original, den Caffè Latte. Oder vielleicht etwas Stärkeres? Dann Espresso. Aber wie bestellt man mehrere davon? Obwohl der Plural „Espressi“ heißt, bestellt man auf Deutsch korrekt: „Drei Espresso, bitte!“ Verrückte Sprachwelt! Kein Wunder, dass wir lieber italienisch essen als sprechen, denn es ist wesentlich einfacher, außer vielleicht bei Spaghetti:

Nicht nur das geräusch- und kleckerfreie Essen der langen Nudeln will geübt sein, auch die Schreibweise von Spaghetti/Spagetti/Spaggetti stellt uns zuweilen vor Herausforderungen. Gnocchi zu essen ist einfach. Das italienische Wort Gnocchi – gerne gewaltsam als „Gnotschis“ eingedeutscht – beinhaltet aber gleich zwei Stolperfallen. Die Buchstabenfolge „gn“ wird wie ein weiches/mouilliertes „n“ gesprochen, wohingegen „cch“ eben nicht mit „tsch“-Laut, sondern mit hartem „k“ gesprochen wird: „njoki“ [ˈnjɔki]. Dass es sich bei Nudelsorten wie Gnocchi, Ravioli, Tortellini und Co. bereits um den Plural handelt und kein „s“ angehängt werden muss, lassen wir dabei zusätzlich gerne außer Acht.

Die Melodik des Italienischen

Was bei all den bisher genannten Wörtern auffällt: ihr Klang. Das Italienische ist eine sehr melodische Sprache. Auf phonetischer Ebene verfügt sie über 43 Konsonanten und 7 Haupttonvokale – die deutsche Sprache hat im Vergleich dazu 25 Konsonant- und 15 Vokal-Phoneme. Das italienische Alphabet besteht aus 21 Basisbuchstaben (Konsonanten) des lateinischen Alphabets und 10 Buchstaben mit Erweiterungen (Vokale). Die Buchstaben k, j, w, x, y fehlen im italienischen Basisalphabet. Diese kommen nur in Ausnahmefällen vor, etwa in Fremdwörtern oder Eigennamen. Und im Gegensatz zu den anderen romanischen Sprachen werden Wortakzente hier vorwiegend bei endbetonten Wörtern gesetzt, bspw. bei città (Stadt) oder felicità (Glück).

Bei Wörtern ab zwei Silben wird üblicherweise auf der vorletzten Silbe betont – doch viele Ausnahmen bestätigen diese Regel! Auch der Wortakzent auf der drittletzten Silbe ist nicht ungewöhnlich. Was aber die Melodik des Italienischen besonders prägt, sind die Vokale. Auf Silbenebene setzt sich der Wortschatz zu großen Teilen aus Verbindungen von Konsonant und Vokal (KV) zusammen, im Deutschen herrscht eher die Verbindung aus Konsonant – Vokal – Konsonant (KVK) vor.

Ganze 76 % beträgt der Anteil von sogenannten offenen Silben im Italienischen, d. h. solchen, die auf Vokal enden – im Deutschen sind es gerade einmal gut 30 %. So lässt sich auch die Neigung von Italienern nachempfinden, einfach noch ein melodiöses „e“ an ein Wort anzuhängen, das auf einen Konsonanten auslautet, wenn sie eine Fremdsprache wie das wenig klangvolle, recht harte Deutsch sprechen. Manch einer erinnert sich vielleicht an den Ausspruch von „Angelo“ in der berühmten Kaffeewerbung Anfang der 90er: „Isch habe gar keine Auto!“

Besonderheit der italienischen Sprache: die Suffigierung

Generell ist die italienische Sprache reich an Suffixen, d. h. Nachsilben, die der Bildung neuer Wörter dienen. Sie können an Substantive und Adjektive angehängt werden, um deren Bedeutung zu modifizieren. Üblicherweise unterscheidet man 4 Gruppen: diminutivi (Diminutiva/Verkleinerungsformen), maggiorativi (Augmentativa/Vergrößerungsformen), peggiorativi (Pejorativa) und vezzeggiativi (Koseformen).

Zur Veranschaulichung kommen wir noch einmal auf das Thema Essen zurück: Vor allem die Namen diverser Nudelsorten klingen nicht nur originell, sie deuten auch auf die Form der leckeren Teigwaren hin. Farfalle sind „Schmetterlinge“, Orechiette bedeutet „Öhrchen“ und Conchiglie sind „Muschel“-Nudeln – quasi nomen est omen. Aber nicht nur die Form lässt sich am Namen ableiten, Endungen können auch Aufschluss über die Größe der Teigwaren geben. Tortellini sind beispielsweise kleiner als Tortelli, Tortelloni hingegen sind die größte Variante der gefüllten Spezialität, und wer eine Abwechslung zum Klassiker Spaghetti möchte, kann auf hauchdünne Spaghettini zurückgreifen.

Italienisch – die große Schwester unter den romanischen Sprachkindern

Wie alle romanischen Sprachen stammt das Italienische vom Lateinischen ab. Zu Beginn des Mittelalters, nach dem Zusammenbruch des Römischen Reiches, blieb Latein in Europa als Amts- und Sakralsprache erhalten und behauptete sich überdies als Schriftsprache bis in die heutige Zeit. Gesprochen wurde allerdings – auch, als das Römische Reich noch bestand – eine vom Schriftstandard abweichende Sprachform, die auch als Vulgärlatein oder Sprechlatein bezeichnet wird. Hieraus entwickelten sich die protoromanische Volkssprache und schließlich die romanischen Einzelsprachen. Aus diesem Grund wird jeder, der sich mit der italienischen Sprache beschäftigt, feststellen, dass es neben der Verwendung von modernen Entlehnungen in unserem alltäglichen Sprachgebrauch auch viele mehr oder weniger ausgeprägte Gemeinsamkeiten zwischen den verschiedenen europäischen Sprachen gibt, die man bis heute entdecken kann.

Dem Lateinischen am nächsten steht übrigens die sardische Sprache. Diese romanische Sprache, die sich auf der Insel Sardinien herausgebildet hat, weist bis heute hinsichtlich Phonetik und Grammatik die größten Übereinstimmungen mit der lateinischen Sprache auf. Wie viele andere Minderheitensprachen ist das Sardische inzwischen vom Aussterben bedroht, weil es oftmals nicht mehr von den Älteren an die Kinder weitergegeben oder von diesen nicht mehr lange gepflegt wird. Ein Grund dafür ist auch, dass der Schulunterricht in der Hochsprache des Landes stattfindet: auf Italienisch.

Italienisch wird heute von etwa 87 Millionen Menschen weltweit gesprochen und belegt damit Platz 21 auf der Rangliste der meistgesprochenen Sprachen der Welt. Darunter befinden sich ca. 62 Millionen Muttersprachler, von denen ca. 55 Millionen in Italien leben. Außerdem ist es offizielle Amtssprache in Italien, der Schweiz, San Marino und Vatikanstadt und wird als regionale Amtssprache sowohl in Kroatien wie in Slowenien anerkannt.

Falsche Freunde

Auch an falsi amici mangelt es nicht. Als falsche Freunde bezeichnet man in der Linguistik Wörter aus anderen Sprachen, die deutschen Wörtern formal stark ähneln, allerdings keine verwandte Bedeutung haben. Viele Wörter führen – nicht nur für Sprachanfänger oder Urlauber – mitunter zu großen Missverständnissen.

Alto z. B. bedeutet nicht etwa „alt“, sondern „hoch“. Und wer bei caldo etwas Kaltes erwartet, der wird ebenfalls eine Überraschung erleben, da es genau das Gegenteil, nämlich „warm/heiß“, bedeutet. Ermuntert ein italienischer Geschäftspartner einen Deutschen, doch noch etwas mit den Preisen runterzugehen, um den Zuschlag zu erhalten, da es sich doch um einen concorso handele, bekommt der Deutsche Schweißausbrüche. „Rät mir dieser Mann gerade, meinen eigenen Konkurs voranzutreiben?!“ Natürlich nicht, er ermuntert zu mehr „Wettbewerb“!

Die Bitte um zucca, um den Espresso zu versüßen, wird leider ebenfalls scheitern, denn der Italiener versteht hier nur „Kürbis“ und nicht „Zucker“. Wer eine Eselsbrücke benötigt, um diesem falschen Freund nicht auf den Leim zu gehen, der kann sich allerdings einfach behelfen. Der ebenfalls im Deutschen verwendete Begriff Zucchini, das beliebte Gemüse, bei dem es sich um eine Unterart des Gartenkürbisses handelt, geht nämlich ursprünglich auf den Plural des italienischen zucchino/-a, der Verkleinerungsformen von zucca, zurück und bedeutet so viel wie „kleiner Kürbis“. Soll also kein Kürbis zum Kaffee serviert werden, sollte man sich an den ebenfalls mit unserem Zucker verwandt klingenden zucchero halten.

Titelfoto: Emily Levine on Unsplash

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