• 11. Juni 2019

Nele Neuhaus: Muttertag

Buchtipp von Kristina Malzkorn

Nele Neuhaus: Muttertag

Inhalt

Theo Reifenrath wird tot in seinem riesigen Haus aufgefunden. Ob er ermordet wurde, kann nicht eindeutig festgestellt werden. Nur durch einen Zufall werden menschliche Knochen unter einem Hundezwinger im Garten gefunden. Die Kommissare Pia Sander und Oliver von Bodenstein nehmen die Ermittlungen auf. Alles deutet darauf hin, dass Theo mehrere Frauen auf bestialische Art und Weise ermordet und anschließend unter dem Hundezwinger vergraben hat. Doch so richtig wollen sich die Ermittler nicht mit dieser Theorie zufriedengeben. Sie durchleuchten das Leben und das Umfeld des Toten und kommen recht bald zu dem Schluss, dass Reifenrath entweder nicht der alleinige Täter oder überhaupt nicht für den Tod der Frauen verantwortlich ist. Bei ihren Ermittlungen finden Sander und von Bodenstein heraus, dass Reifenraths Ehefrau seit über 20 Jahren vermisst wird. Gemeinsam mit ihr hatte der Tote über Jahre in seinem Haus schwer vermittelbare Pflegekinder betreut, wobei sie sehr fragwürdige und teilweise demütigende Erziehungsmethoden, wie Waterboarding und Schlafentzug, an den Tag legten. Gemeinsam mit ihren Kollegen vom K11 können Sander und von Bodenstein die Identität der Frauenleichen klären und stellen fest, dass alle einen Tag vor oder am Muttertag verschwunden sind. Ein Wettlauf gegen die Zeit beginnt, denn der „Muttertagsmörder“ treibt weiterhin sein Unwesen …

Bewertung

Ein Buch, das vom Prolog bis zur letzten Seite so spannend ist, dass man es nur ungern aus der Hand legt. Immer mehr entwirrt sich das Knäuel aus ungeklärten Fragen, immer mehr Details kommen ans Licht, doch gleichzeitig tun sich auch neue Probleme auf, die dazu führen, dass das Ermittlerteam des K11 und damit auch der Leser ständig umdenken muss. Nele Neuhaus webt in ihren neunten Taunus-Krimi gekonnt Perspektivwechsel in den Verlauf der Ermittlungen ein. Hier bekommt man Einblick in die Gedankenwelt des Täters und verfolgt eine junge Frau, die nach dem Krebstod ihrer Mutter erfährt, dass diese gar nicht ihre leibliche Mutter war, und sich auf den Weg macht, ihre Eltern zu finden. Lange Zeit bleibt für den Leser fraglich, inwiefern dieser Nebenschauplatz mit den Nachforschungen des Ermittlerduos zusammenhängt. Kurzum: 560 Seiten Spannung pur!

Autorin

Schon als Fünfjährige schrieb die 1967 in Münster Geborene ihre erste Geschichte, mit 14 Jahren füllten die Storys schon mehrere Hefte. Und als Nele Neuhaus nach dem Studium von Jura, Geschichte und Germanistik das erste „richtige“ Buch geschrieben hatte, ließ sie es „on demand“ drucken und vertrieb es selbst. Es verkaufte sich bestens, der Berliner Ullstein-Verlag nahm Nele Neuhaus unter Vertrag. Ihre Krimis um das Ermittlerduo Oliver von Bodenstein und Pia Sander machten aus ihr eine Erfolgsautorin. Der Durchbruch gelang ihr 2010 mit dem vierten Band der Taunuskrimi-Reihe. „Schneewittchen muss sterben“ stürmte seit Erscheinen im Juni 2010 die Bestsellerlisten, Lizenzen wurden in 31 Länder verkauft, ebenso die Filmrechte.

 

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